Am Freitag, dem 25. September 2026, traf Tropensturm Gonzalo auf Sal. Teile von Santa Maria wurden überflutet, die Uferstraße mit den meisten Hotels stand unter Wasser, und entlang der Küste ging einiges zu Bruch. Todesopfer gab es keine. Drei Wochen später wird an einigen Stellen noch aufgeräumt.

Was ist passiert?

Gonzalo entstand in der Nacht von Donnerstag auf Freitag aus einem Tiefdruckgebiet über dem Atlantik, zwischen Kap Verde und dem Senegal. Das US-amerikanische National Hurricane Center stufte das System daraufhin als Tropensturm ein.

Über die Insel selbst zog der Sturm nicht. Den Schaden richteten starke Böen und schwerer Seegang an: Das Meer drückte in die Straßen, als ohnehin gerade Flut war. Deshalb traf es ausgerechnet Santa Maria, denn der Ort liegt flach und niedrig direkt am Strand.

Überflutete Straße mit Palmen in Santa Maria während des Sturms Gonzalo.

Der Zivilschutz hatte vorab gewarnt. Einsatzteams standen über die ganze Insel verteilt bereit und blieben vor Ort, bis der Seegang nachließ. Feuerwehr, Nationalpolizei und Gemeindepolizei waren verstärkt im Einsatz, vor allem in Santa Maria. Hidércio Gomes, der Leiter des Zivilschutzes auf Sal, nannte die Bedingungen auf See für die Insel beispiellos.

Was wurde beschädigt?

Die Schäden konzentrierten sich auf Santa Maria und die nähere Umgebung:

  • Die Hotelpromenade wurde überflutet, ebenso mehrere andere Teile von Santa Maria.
  • Der Calçadão, die Flaniermeile entlang des Strandes, wurde von Wellen und Wind beschädigt.
  • Bäume stürzten um, Straßenlaternen wurden beschädigt und Bauzäune an Baustellen umgeweht.
  • Eine Klinik an einer der Hauptstraßen stand im Wasser, wie ein Anwohner bestätigte.

Verletzte oder Tote gab es nicht. Auch über Schäden an der Bausubstanz von Hotels, am Flughafen oder an der Strom- und Wasserversorgung ist nichts bekannt. Es war eine Überflutung der Küste, keine Verwüstung der Insel.

Wie sieht es jetzt aus?

Der größte Teil von Santa Maria funktioniert normal. Die Hotels sind geöffnet, der Flughafen ist in Betrieb, Restaurants und Geschäfte haben wie gewohnt auf.

Was Sie noch sehen werden, sind Aufräumarbeiten an der Küste. Die Promenade und der unmittelbare Strandbereich kommen zuletzt an die Reihe, schlicht weil dort der meiste Sand und das meiste Treibgut gelandet sind und weil das Neuverlegen von Pflaster länger dauert als das Wegräumen eines umgestürzten Baums. Vereinzelt ist noch etwas abgesperrt.

Abgesperrte Strandbude am Strand von Santa Maria, Sal.

Santa Maria, 13. Oktober 2026: Strandbude abgesperrt.

Am Ufer liegen Strandbuden und ähnliche leichte Bauten auch drei Wochen nach dem Sturm noch kaputt da, weder repariert noch abgeräumt. Das ist es, was von Gonzalo sichtbar bleibt: nicht die Hotels oder die Straßen, sondern das, was lose und leicht am Wasser stand.

Absperrband und Treibholz am Strand von Santa Maria.

Treibholz am Strand, drei Wochen nach Gonzalo.

Wie oft kommt so etwas vor?

Kap Verde liegt dort, wo die atlantische Hurrikansaison beginnt. Hier entstehen so viele Systeme, dass Meteorologen eine ganze Kategorie nach den Inseln benannt haben: die Kap-Verde-Hurrikane. Sie ziehen normalerweise nach Westen über den Ozean und werden erst für die Karibik und die USA gefährlich.

Dass sie die Inseln selbst treffen, ist selten. Aber es kommt vor. Im August 2025 zog Tropensturm Erin über São Vicente und Santo Antão. Acht Menschen starben, Straßen wurden weggespült und Häuser zerstört. Das war ein deutlich schwereres Ereignis als Gonzalo, und auf anderen Inseln.

Die Sturmsaison dauert von Juni bis November, mit dem Schwerpunkt im August und September. Welches Wetter Sie in welchem Monat erwartet, steht in der Übersicht nach Monaten. Wenn Sie in diesen Monaten reisen, schließen Sie eine Reiseversicherung ab und folgen Sie den Warnungen des Zivilschutzes. Den Rest des Jahres spielt das kaum eine Rolle.

Vier Tage nach Gonzalo, am 29. September 2026, verabschiedete Kap Verde in Praia einen nationalen Fahrplan für Frühwarnungen, im Rahmen der UN-Initiative Early Warnings for All. Bei Gonzalo kam die Warnung rechtzeitig.